14-08-2015 Newsletter

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Liebe Freunde,

diesen Sommer arbeiten wir weiter an der Verbesserung unserer Organisationsstrukturen. Heute präsentieren wir Ihnen eine ganz neue Webseite. Wir weisen auch auf einige wichtige Fakten zu unseren Ergebnissen in diesem Bereich hin.

  1. Die Hatune Foundation hat es innerhalb der letzten 18 Monate geschafft 317 christliche und jesidische Mädchen aus den Händen der ISIS zu befreien.
  2. In Kooperation mit befreundeten Hilfsorganisationen konnten weitere 280 Mädchen befreit werden.
  3. 200 Frauen und Mädchen erhalten zur Zeit professionelle Hilfe in Deutschland – aber immer noch sind dort Tausende, die unsere Hilfe brauchen.

Wir haben einen kleinen Film produziert, über einige jesidische Mädchen aus dem Nahen Osten, denen die Stiftung geholfen hat nach Deutschland zu kommen. Nach ihren furchtbaren Erlebnissen als Gefangene der ISIS leben sie nun in einer sicheren Umgebung und versuchen, zu einem normalen Leben zurückzufinden.

Sie finden diesen Film hier! http://deutsch.hatunefoundation.com/start/?p=4439

Lesen Sie die Geschichte von Schwester Hatunes Stiftung und den Aktivitäten der Stiftung im Nahen Osten und in Deutschland hier:

http://hatunefoundation.com/international/facts-about-middle-east-operations

Fakten

 

 Eine Botschaft von Sister Hatune persönlich!

 

Liebe Freunde,
dies ist ein Bericht meiner letzten Reise in den Nahen Osten.

Zuvor will ich aber allen Unterstützern unserer Stiftung danken, die mit Ihren großzügigen Spenden unsere Arbeit erst ermöglichen. Ich kann Ihnen nicht genug dafür danken!

Meine Reise begann am 6. Juli, und dies sehr unangenehm. Auf dem Flughafen Düsseldorf musste ich mich bei der Sicherheitskontrolle nackt ausziehen. Ich, eine kleine Nonnen, 1 Meter 50 groß! Als ob das noch nicht genug wäre, ging auf dem Flughafen Istanbul meine Tasche nicht durch den Zoll. Ich verlor meinen Computer und die Videokamera. Danach war ich froh, mich meiner eigentlichen Arbeit zuwenden zu können – dem Zweck meiner Reise.

In Istanbul blieb ich zwei Tage. Mein Team und ich konnten dort mehr als 400 Personen finanzielle Unterstützung erteilen, 32 davon gab ich medizinische und psychologische Hilfe.

Dann ging es für eine Woche in die Osttürkei, nach Midyat, Batman, Diyarbakir und Mardin. In einigen Dörfern mit rein christlicher Bevölkerung konnten wir Geld, Kleidung, Lebensmittel und Medizin verteilen. Viele Familien fragten mich nach psychologischer Hilfe und seelischen Beistand, die ich gerne gab. Alles war sehr gut durch lokalen Vereine und unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter vorbereitet.

Dann reiste ich in den Irak, in das Flüchtlingslager Canek, wo 51.000 jesidische Familien leben, insgesamt ca 500.000 Menschen.

MEDICAL & HEALTH CARE ERFORDERLICH

Nachdem ich ankam, sammelte man im Lager alle Kranken, damit ich ihnen vielleicht helfen könnte. Was ich dort sah, überstieg meine medizinischen Fähigkeiten bei weitem: Eine Frau mit Würmern im Fuß, die aus schwarzen Löchern hervorkrochen. Kinder mit schwarzen Abszessen im Gesicht, durch Fliegen verursacht. Fliegen die zuvor ihre toten Angehörigen befielen, mit denen die Kinder Tage in ihren Verstecken vor dem ISIS verbringen mussten.

Kurz: die medizinische Versorgung dort ist eine Katastrophe! Es müsste dort unbedingt eine mobile Klinik eingerichtet werden. Mehr dazu, sobald wir genau wissen, was benötigt wird.

Nach Canek fuhr ich weiter ins Sindschar- Schingal- Gebirge, in die Gegend, in der 80.000 Jesiden vor genau einem Jahr von der ISIS eingekesselt waren und später von kurdischen Kämpfern befreit wurden.

13 jesidische Kämpfer beschützten mich auf der Fahrt in das Frontgebiet. 500 Meter von unserem Tross explodierten drei Bomben, doch wir blieben alle unversehrt. Insgesamt kämpfen derzeit 30.000 Jesidische Kämpfer, die weitere Ausbreitung der ISIS aufzuhalten. Sie leben in 2000 Zelten in offenen Camps in den Bergen. Sie erhalten weder Unterstützung vom Westen noch von den Kurden.

Dann fuhr ich weiter zu zwei jesidischen Dörfern im  irakisch- syrischen Grenzgebiet. 4000 Häuser wurden dort bereits zerstört. Ich sprach mit einem jesidischen Mädchen, 14 Jahre alt. Sie war zwei Monate in den Händen der ISIS, und wurde fünf bis zehnmal am Tag  vergewaltigt. Sie konnte ihr Schicksal nicht aussprechen, sie sagte, “ich war tot, hunderte Mal.” Sie kannte viele Mädchen, die sich von einem hohen Felsen in den Tod herabstürzten – sie konnten mit der Schande der Vergewaltigung nicht weiterleben.

Das Mädchen und sieben weitere konnten wir befreien. Einige davon wurden auf den Sklavenmärkten in Mossul und Rakka verkauft, wo jesidische und christliche Mädchen wieder und wieder verkauft werden. Eines der Mädchen in unserer Obhut wurde elfmal verkauft – können Sie sich das vorstellen?

Meine Seele war noch erschüttert, als ich einige Tage später in Diyarbakir ankam und von dort am 22. Juli zurück nach Deutschland zurückflog.

Liebe Freunde, wenn Sie dies lesen, bin ich bereits wieder zu meiner nächsten Reise in den Nahen Osten aufgebrochen. Zuvor war ich noch mit meinem Freund und Direktor der Stiftung Hans Erling in Stuttgart. Mit einem deutschen Team interviewten wir einige der jesidischen Mädchen, die schon seit einiger Zeit in Deutschland sind. Nun arbeiten wir an einem Wohnprojekt für zahlreiche Mädchen, die noch kommen werden. Doch mehr darüber in Kürze.

Nochmals vielen Dank für Ihr Interesse und insbesondere für Ihre Spenden. Die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter sorgen dafür, dass Ihre Spenden die Notleidenden auch erreichen.

Ohne deren Engagement und ohne Ihre Unterstützung, liebe Leser, wäre ich ein Vogel ohne Flügel.

 

Möge Gottes Segen mit Ihnen sein,

signatur

Ihre Schwester Hatune Dogan

 

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